Was macht eigentlich ein technischer Ausbilder?

(Foto: ED Netze/ Juri Junkov)

Strom wird selten dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Dafür braucht es Netzbetreiber. Sie stellen die notwendige Infrastruktur zur Verfügung. Als regionaler Verteilnetzbetreiber in Südbaden versorgt ED Netze die Region südlich von Freiburg bis zum Hochrhein und nördlich von Villingen-Schwenningen bis zum Bodensee sicher mit Strom. Darum kümmern sich täglich die rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens. Wie vielseitig ihre Arbeit ist, welche Berufe und Aufgaben sie haben und warum die Kolleginnen und Kollegen teilweise schon viele Jahre beim Netzbetreiber arbeiten, zeigt unsere Serie „Was macht eigentlich…?“.

von Valerie Wagner

Für den Start ins Berufsleben bietet ED Netze den Weg der klassischen Ausbildung oder ein duales Studium. Ausgebildet werden dabei „Elektroniker für Betriebstechnik“ oder „Bachelor of Engineering (DHBW-Studiengang Elektrotechnik)“. Andreas Waldner weiß mehr: Seit 2012 (wieder) im Unternehmen, leitet er am Standort Donaueschingen seit 2013 die technische Ausbildung.

Welcher Weg hat Sie zu ED Netze geführt?

Ich habe von 1999 bis 2003 meine Ausbildung zum Energieelektroniker für Anlagentechnik bei ED Netze absolviert – und anschließend noch ein Jahr in der Messtechnik am Standort Donaueschingen gearbeitet, bis mein befristeter Arbeitsvertrag ausgelaufen war. Danach war ich bei der Bundeswehr und bei einem Industrieunternehmen in der Elektro-Instandhaltung tätig. Seit 2012 bin ich wieder bei ED Netze und betreue die technischen Auszubildenden in Donaueschingen.

Warum hat es Sie zum Netzbetreiber zurückgezogen?

Die Chance mit Menschen zu arbeiten, hat mich gereizt. Das ist das Besondere für mich. In der Industrie werden Produkte hergestellt und die Maschinen laufen. Hier bei den Netzen macht mir der Umgang mit Menschen, insbesondere Auszubildenden, viel Spaß. Man lernt sie oft schon als Praktikanten kennen, dann bewerben sie sich für eine Ausbildung und am Ende sind sie ausgelernt und gehen ihren Weg. Ich finde es immer wieder schön, sie dabei zu begleiten und ihre Fortschritte zu beobachten.

Außerdem ist der Netzbetrieb ein cooles Arbeitsfeld. Energieversorgung allgemein ist „spannend“; es ist die „Quelle des Elektrischen“ und wird in Zukunft immer wichtiger.

Welche Ausbildungsberufe betreuen Sie?

Für die „Elektroniker für Betriebstechnik“ übernehme ich die praktische Ausbildung in der Lehrwerkstatt Donaueschingen, die Theorie vermittelt ihnen die Gewerbeschule Villingen-Schwenningen. Außerdem betreuen wir im Rahmen des Studiengangs „Bachelor of Engineering (DHBW-Studiengang Elektrotechnik)“ die Praxisphasen der dualen Studenten der DHBW Lörrach.

Findet sich der Nachwuchs leicht?

Bewerbungen haben wir meistens ausreichend, doch oft mangelt es an der entsprechenden Qualität. Ein Auszubildender muss nicht nur von den Schulnoten, die im Zeugnis stehen, passen. Wichtig ist auch seine Persönlichkeit, sein Potenzial und das „Zwischenmenschliche“ müssen vor allem stimmen. Heute würde man von Sozialkompetenz sprechen. Unsere Auszubildenden müssen Freude daran haben, etwas Handwerkliches zu lernen. Sie müssen in der Lage sein, sich in Schaltungen rein zu denken, im Team arbeiten können und unter unterschiedlichen Umständen.

Arbeiten wir zum Beispiel gerade an einer Platine und ein Netzkollege ruft an, dass er Hilfe benötigt, etwa beim Kabel einziehen, muss der Auszubildende in der Lage sein, umzudenken und dem Kollegen zu helfen. Die Arbeiten sind sehr vielseitig und es gehört auch entsprechend viel Fingerfertigkeit dazu.

Wie viele Auszubildende sind es derzeit? Und wie sieht es mit der Frauenpower aus?

Im Moment sind es zehn Auszubildende zum „Elektroniker für Betriebstechnik“. Seit ich die technische Ausbildung leite, habe ich zwei Frauen ausgebildet, zuletzt 2018. Doch bald kommt eine Schülerin, die für eine Woche ein Praktikum bei uns macht. Wer weiß, vielleicht wird sie eine zukünftige Auszubildende.

Wie kommt es zum Praktikum?

Das ist ganz unterschiedlich. Meistens sind das Schülerinnen und Schüler von Berufsfachschulen oder allgemeinbildenden Schulen im Rahmen der Berufsorientierung, die sich eine Woche unsere Arbeit anschauen. Außerdem sind wir regelmäßig auf Berufsinfotagen, beispielsweise beim Berufsforum an der Werkrealschule Blumberg, oder auf Messen, wie der digitalen Ausbildungsmesse „Jobs im Südwesten“, vertreten und stellen so den Kontakt zu den jungen Menschen her.

Welcher Moment im Jahr ist wichtiger für Sie: Wenn Sie einen Jahrgang erfolgreich in und durch die Abschlussprüfungen begleitet haben – oder wenn Sie im September die „Neuen“ begrüßen?

Einer der Höhepunkte ist alljährlich der 1. September: An diesem Tag beginnen die „Neuen“ und starten aus dem Schul-Alltag ins Berufsleben – für die jungen Menschen schon ein besonderer Schritt.

Doch auch der Abschluss eines Jahrgangs ist für mich jedes Mal ein besonderes Erlebnis: In diesem Moment zeigt sich, dass sich der Einsatz der letzten dreieinhalb Jahre gelohnt hat! Die Auszubildenden gehen in die Fachbereiche und können ihr Wissen unter Beweis stellen.

Wenn Sie auf Ihre Netzerfahrungen über die Jahre zurückblicken und Ihr Netzwissen durchgehen, was hat Sie am meisten beeindruckt?

Es ist schon erstaunlich, dass man etwas entdeckt hat, das man weder sieht, hört, noch riecht: Deswegen begeistert mich die Stromwelt immer wieder.

Interesse an einer Ausbildung bei ED Netze? Hier gibt’s weitere Informationen!

Über die Autorin: Valerie Wagner

(Foto: ED Netze)

Valerie Wagner arbeitet im Innovationsmanagement der ED Netze. Sie organisiert und betreut unterschiedliche Projekte und unterstützt verschiedene Fachbereiche bei der Erarbeitung und Umsetzung. Außerdem betreut sie den ED-Netze-Blog und die Social Media Kanäle des Netzbetreibers.

 

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