Was macht eigentlich ein Stützpunktleiter?

(Foto: ED Netze)
(Foto: ED Netze)

Mehr als 12.000 Kilometer Kabel- und Freileitungen umfasst das Flächennetz von ED Netze – auf allen Spannungsebenen. Es reicht südlich von Freiburg bis zum Hochrhein und erstreckt sich im Osten nördlich von Villingen-Schwenningen bis zum Bodensee. Eine effiziente Versorgung kann über diese weiten Strecken nur mit dezentralen Stützpunkten gewährleistet werden. Daher gibt es neben den ED-Netze-Hauptstandorten Rheinfelden und Donaueschingen unter anderem sieben Betriebsstützpunkte, von denen aus sich die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die „spannende“ Versorgungssicherheit in ihrer Region kümmern. Wie vielseitig ihre Arbeit ist, welche Berufe und Aufgaben sie haben und warum die Kolleginnen und Kollegen teilweise schon viele Jahre beim Netzbetreiber arbeiten, zeigt unsere Serie „Was macht eigentlich…?“.

von Alexandra Edlinger

Die Netzmonteure der Stützpunkte sorgen täglich vor Ort dafür, dass in ihrem Zuständigkeitsgebiet der Strom verlässlich fließt. Sie sind zur Stelle, wenn es „klemmt“ und halten die Mittel- und Niederspannungsanlagen in ihrer Region instand. Um diese Arbeiten zu koordinieren, braucht es jemand der den Überblick behält. Sven Gerspach ist einer von ihnen. Seit Anfang 2020 ist er Teamleiter des Stützpunkts Gurtweil, ein Stadtteil von Waldshut-Tiengen.

Wie sind Sie zu ED Netze gekommen?

Das war eher ein Zufall. Ich habe nämlich zunächst ganz klassisch eine Ausbildung zum Elektroinstallateur absolviert und dann auch in diesem Beruf gearbeitet. 2013 hat mich dann ein ehemaliger Arbeitskollege quasi für ED Netze „angeworben“. Ich war von 2014 bis 2016 zunächst als Netzmonteur im Einsatz und habe dann 2016 die Stelle des stellvertretenden Teamleiters am Stützpunkt Gurtweil übernommen. Seit Anfang 2020 bin ich dort Teamleiter von acht Kollegen.

Was genau gehört zu Ihren Aufgaben als Stützpunktleiter?

Jeder Tag ist anders und bringt immer wieder Überraschungen. Im Mittelpunkt meiner Aufgaben steht das Leiten des Teams. Dazu gehören etwa deren Arbeitseinteilung, die Einsatzplanung und das Vorbereiten der Aufträge. Ganz wichtig sind auch die Sicherheitsunterweisungen für mein Team. Da bleibt kaum noch Zeit, auch mal selbst in ein Muffenloch zu steigen. Ich bin leider nur noch bei Notfällen draußen im Einsatz. Die meiste Zeit kümmere mich um die Organisation des Stützpunkts. Ich telefoniere viel mit Kunden und mit kommunalen Ansprechpartnern und erstelle Angebote, zum Beispiel für Straßenbeleuchtung.  Ich nehme allerdings, wie alle anderen Kollegen auch, an der 24/7-Rufbereitschaft teil und sorge mit dafür, dass unsere Netzkunden so schnell wie möglich wieder mit Strom versorgt werden, wenn er doch mal ausfällt.

Rufbereitschaft klingt nach besonderen Herausforderungen: Welche sind das?

Die Bereitschaft findet im wochenweisen Wechsel statt, so dass jeder regelmäßig drankommt. Dabei müssen die Bereitschafts-Kollegen bei Wind und Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit gewährleisten, dass sie binnen 15 Minuten parat sind und im Fahrzeug sitzen. Das heißt: Egal wie stressig der Tag schon war, wir müssen auch nachts fit sein. Das ist jedes Mal aufs Neue spannend, weil jede Störung anders ist und wir nicht wissen was uns erwartet.

Das hört sich alles einerseits nach Routine, andererseits abwechslungsreich an. Was waren denn zuletzt „besondere“ Einsätze oder Projekte für Sie?

Ganz klar zwei Projekte im Netzbau, für die ich mich stark gemacht hatte und die nun umgesetzt wurden oder noch werden: So wird eine störanfällige 20kV-Freileitung in Dachsberg erdverkabelt, für die wir im Vorfeld vielzählige Abstimmungen und viel Fingerspitzengefühl benötigten, um das für alle Beteiligten zu einem Erfolg werden zu lassen. Das andere Projekt ist eine weitere 20kV-Ringleitung im Bereich Eggingen-Eberfingen mit deren Umsetzung wir im Januar 2022 begonnen haben.

Darüber hinaus absolviere ich derzeit berufsbegleitend den „Meisterkurs Elektrotechnik“, sozusagen mein persönliches Projekt.

Was war für Sie bislang das „spannendste“ Erlebnis im Netzbereich?

Das war unser Einsatz beim Sturmtief „Burglind“ Anfang Januar 2018. Dort haben wir fast vier Tage „durchgeackert“ und zahlreiche Störungen, teils unter widrigsten Bedingungen, behoben. So etwas habe ich zuvor noch nicht erlebt. Es war in vielerlei Hinsicht beeindruckend: zum einen zu sehen, was ein Sturm alles anrichten kann und zum anderen zu erleben, wie gut unser Team in einer solchen Krisensituation funktioniert. Das gilt nicht nur für mein Team, sondern auch für die Zusammenarbeit mit den vielen anderen Fachbereichen, die hierbei im Einsatz waren.

Was begeistert Sie außerhalb Ihrer Arbeit? Gibt es da ungeahnte Berührungspunkte?

Ich bin seit meinem zehnten Lebensjahr bei der Feuerwehr Wutöschingen – zunächst in der Jugendfeuerwehr und nun bei den Aktiven, zusätzlich engagiere ich mich noch im Fernmeldezug des Landkreises Waldshut. Auch dort bei der Fernmeldetechnik holt mich die Arbeit wieder ein: Kommunikation und Erreichbarkeit spielen nicht nur für ED Netze eine wichtige Rolle, sondern sind natürlich auch für die Feuerwehr unabdingbar. Kaum vorstellbar, was alles schiefgehen kann, wenn Feuerwehrleute im Einsatz nicht mehr erreicht werden können oder nachrückende Fahrzeuge nicht über Funk ansprechbar sind.

Doch für funkende Masten braucht es ein funktionierendes (Strom-)Netz, wozu unser Stützpunkt-Team seinen Beitrag leistet: wie die Feuerwehr notfalls rund um die Uhr.

Interesse an einer „spannenden“ Arbeitsstelle? Hier gibt’s weitere Informationen.

Über die Autorin: Alexandra Edlinger

Alexandra Edlinger arbeitet in der Unternehmenskommunikation und hat dort mit vielen Themen rund um die Energieerzeugung zu tun. Dazu gehören vor allem Netze-Themen, aber auch die Koordination des Kommunal-Newsletters KOMMpakt und des BusinessNews-Magazins.

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