Was macht eigentlich ein Elektroniker für Betriebstechnik?

(Foto: ED Netze)

Über seine ingesamt elf, darunter sieben „spannenden“, dezentralen Stützpunkte ist ED Netze in ganz Südbaden präsent, damit die Mitarbeiter jederzeit schnell vor Ort sind – ob für Routinewartungen oder unverhoffte Noteinsätze: Rund 350 Kolleginnen und Kollegen kümmern dabei sich um die Versorgungssicherheit im Netzgebiet und machen die entsprechende Infrastruktur, vom Erdkabel bis zum Umspannwerk, leistungsfähig für die „Energiewelt der Zukunft“. Wie vielseitig ihre Arbeit ist, welche Berufe und Aufgaben sie haben und warum sie teilweise schon viele Jahre beim Netzbetreiber arbeiten, zeigt unsere Serie „Was macht eigentlich…?“.

von Valerie Wagner

Wird ein Fachmann in Sachen Strom gebraucht, so ruft man im Allgemeinen den Elektriker. Jedoch: Den gibt es „so“ seit gut 20 Jahren nicht mehr. Das hat ganz praktische Gründe: Die Elektrobranche ist sehr breit aufgestellt, deshalb wurden 2003 entsprechend der diversen Spezialisierungen die Berufsfelder in den Teilbereichen Handwerk wie Industrie konkretisiert. So wurden ein Dutzend elektrotechnische Arbeitsgebiete definiert, die zwar viel gemeinsam haben, aber doch immer wieder andere Detail-Kenntnisse erfordern. Der klassische Handwerksberuf etwa, den alle mit dem landläufigen Elektriker meinen, heißt heute „Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik“. Wer allerdings bei einem (Verteil-)Netzbetreiber wie etwa ED Netze seine dreieinhalb Jahre dauernde Lehre antritt, der wird etwas anderes, nämlich „Elektroniker für Betriebstechnik“. So auch Alexander Seeger, Jahrgang 2000. Der gebürtige Rheinfelder ist heute als Betriebstechniker am ED-Netze-Hauptsitz in Rheinfelden im Bereich Anlagen- und Sekundärtechnik tätig.

Sie haben bei ED Netze gelernt. Warum eigentlich dort und nicht woanders?

Durch ein Praktikum war immer klar, dass ich Elektroniker werden will. Mein Vater arbeitete beim Schluchseewerk und hat mich auch regelmäßig dorthin mitgenommen. Die Begeisterung war schnell da. Ich konnte mir zwar meinen Ausbildungsplatz aussuchen, wollte aber immer schon zu ED Netze. Ein weiteres Praktikum dort hat mir gezeigt, wie abwechslungsreich der Beruf ist und es war das beste Praktikum, das ich während meiner Schulzeit absolviert habe. Ich habe auch andere Branchen ausprobiert, mich aber schlussendlich für ED Netze entschieden. Mir gefällt gut, dass es bei ED Netze familiär zugeht, ich fühle mich dem Unternehmen stark verbunden.

Und warum Elektroniker für Betriebstechnik, wo es doch ein Dutzend elektrotechnische Berufe gibt?

Wenn ED Netze Betriebsmonteure ausbilden würde, dann hätte ich das gemacht. Doch ich wollte unbedingt Elektroniker bei ED Netze werden – und deshalb diesen Beruf gewählt: er ist komplex und ich hatte von Anfang an mehr Verantwortung. Das finde ich cool.

Was war Ihr Highlight während der Ausbildung? Gab es einen Einsatz, ein Projekt, ein Erlebnis … das Sie auch später darin bestärkt hat, dass ED Netze genau der richtige Arbeitgeber für Sie ist? Und warum?

Ich hatte viele Erlebnisse in meiner Ausbildung. Im Bereich Hochspannung war ich in mehreren Abteilungen, die großen Anlagen haben mich fasziniert. Alles ist so riesig und anfangs wusste ich noch nicht, wie das funktioniert. Es gab viel Neues zu entdecken; aber von den Kollegen in den Bereichen habe ich viel gelernt. Ich wusste, dass ich immer fragen konnte, wenn ich etwas nicht verstanden habe, etwa weil wir etwas in der Schule noch nicht hatten, aber es im Betrieb schon dran kam.

Ich war am Stützpunkt Herrischried und hab viel vom Netzbetrieb mitbekommen. Dort durfte ich einmal eigenständig ein Projekt zur Straßenbeleuchtung leiten: Die Straßenbeleuchtung ist eine Dienstleistung der ED Netze für Kommunen. Um die verschiedenen Typen zu zeigen, präsentierten wir die Beleuchtung unter anderem am Standort. Dabei hab ich viel über selbstständiges Arbeiten gelernt und auch gemerkt, dass es nicht immer einfach ist, andere Kollegen mitzunehmen. Trotzdem hat mir das viel Spaß gemacht. Obendrein hab ich auch viel Erfahrung in Sachen Zeitmanagement gelernt. Denn bei minus fünf Grad Straßenbeleuchtung zu installieren, ist nicht optimal (er lacht). Doch am Ende ist es gut geworden und das Wichtigste: Alles funktioniert!

In Ihrer Ausbildung haben Sie einmal PR für ED Netze gemacht. Erzählen Sie doch mal, wie es dazu kam und was Sie da gemacht haben, das dürfte ja mal etwas ganz anderes gewesen sein …

Ich wurde gefragt, ob ich bei einem Video-Dreh für einen App-Anbieter in Lörrach mitmachen möchte. Das war schwieriger als gedacht. In der Probe hat noch alles gut funktioniert. Ich hab mir aufgeschrieben, was ich sagen will. Doch als ich dann vor der Kamera stand, war das gar nicht so einfach. Aber am Ende war es doch erfolgreich!

Das war aber nicht das erste Mal. Ich war auch schon im „EDI“. Das ist ein Heft für Kinder, das von der Energiedienst-Gruppe herausgegeben wird. Darin erklären wir die Energiewelt kindergerecht. Für das Heft waren wir zwei Tage im ganzen Unternehmen unterwegs, haben Bilder gemacht und ich durfte die ED Netze präsentieren.

Sie haben Ihre Prüfung im Frühjahr 2022 mit einer IHK-Auszeichnung bestanden. Was wurde da gewürdigt und was bedeutet das für Ihren weiteren beruflichen Weg?

Ich habe meine Ausbildung „mit Auszeichnung“ abgeschlossen. Doch wegen Corona findet die Preisverleihung der IHK erst im Oktober 2022 statt. Dazu werden dann die Geschäftsführung und meine Ausbildungsleiterin Jennifer Ott eingeladen. Der Preis steht für besondere und ausgezeichnete Leistung, dafür wurde das Gesamtergebnis bewertet. Ich freue mich sehr darüber, auch weil ich so viel Unterstützung von ED Netze erhalten habe und tolle, hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen hier habe. Und: Mit dem Preis werde ich die Möglichkeit haben, den Meister oder Techniker zu machen – denn die IHK beteiligt sich anteilig an den Kosten.

Sie wurden direkt nach der Ausbildung von ED Netze übernommen. Wo arbeiten Sie derzeit im Unternehmen und was sind da Ihre Aufgaben als Betriebstechniker?

Nach der Lehre wurde ich befristet übernommen und arbeite nun im Bereich Anlagen- und Sekundärtechnik – aber ich hoffe natürlich, dass ich bleiben darf: Die Einarbeitungszeit dauert bei dieser komplexen Arbeit schon zwei bis drei Jahre. Deshalb laufe ich jetzt erst einmal mit diversen Kolleginnen und Kollegen mit, die zuständig sind für den Kabelmesswagen und das Überprüfen von Schutzgeräten.

Was begeistert Sie außerhalb Ihrer Arbeit? Gibt es da womöglich Parallelen oder Berührungspunkte zu Ihrem „spannenden“ Beruf?

Im Urlaub in anderen Ländern gibt es immer Berührungspunkte mit meinem Beruf: Wenn ich unterwegs bin und einen Strommast irgendwo sehe, muss ich den natürlich begutachten. Genauso geht es mir bei Umspannwerken. Außerdem bin ich in der Freiwilligen Feuerwehr und hab dort zum Beispiel mit anderen Kollegen Kontakt, wenn der Strom abgestellt werden muss.

Interesse an einer „spannenden“ Ausbildung oder Arbeitsstelle? Hier gibt’s weitere Informationen.

Über die Autorin: Valerie Wagner

(Foto: ED Netze)

Valerie Wagner arbeitet im Innovationsmanagement der ED Netze. Sie organisiert und betreut unterschiedliche Projekte und unterstützt verschiedene Fachbereiche bei der Erarbeitung und Umsetzung.

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