Sonnenenergie: Solaranlagen sind die Einspeise-Nr. 1

(Foto: ED Netze / Juri Junkov)
(Foto: ED Netze / Juri Junkov)

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland, inklusive allen voran der Sonnenenergie, hat 2020 mit deutlich über 45 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Das ist gut für den Klimaschutz,  verlangt aber auch nach „intelligenten“ Netzen.

von Franziska Heidecke

Das Schlagwort heißt Versorgungssicherheit, gerade bei regenerativen Energiequellen. Denn mit denen ist das so eine Sache: Was, wenn etwa die Sonne hinter Wolken versteckt ist? Dann kann zum Beispiel auch die größte Solar-Freiflächenanlage wenig ausrichten. Wenn aber die Sonne vom Himmel knallt, dann wird naturgemäß viel Strom in das System eingespeist. Doch ist der Verbrauch zu diesem Zeitpunkt dann auch so groß?

Solange es nämlich noch keine ausreichenden Speicherkapazitäten gibt, muss immer genau so viel Strom erzeugt werden wie gerade verbraucht wird – und das zu jeder Zeit. Dafür müssen unsere Stromnetze immer digitaler, vor allem aber „intelligenter“ werden. Zum einen, weil die Sonne (wie auch der Wind) letztlich ihren eigenen Gesetzen gehorcht; die Netze müssen darauf reagieren können, wenn das Wetter nicht zum Verbrauch passt. Und auch die wachsende Anzahl der dezentralen Stromerzeuger (etwa Photovoltaik-Anlagen auf Privat- und Bürogebäuden) selbst ist ein schwer zu fassender Faktor; viele von ihnen speisen zu veränderlichen Zeiten und in schwankenden Mengen in die Netze ein.

Die Sonne lässt sich schnell nutzen

Immerhin: Einige Ecken in Deutschland sind von der Sonne besonders verwöhnt, insbesondere Südwestdeutschland, sprich Baden-Württemberg. Die solaren Einstrahlungswerte im Ländle sind sehr gut – und „stabiler“ als in anderen Teilen der Republik. Kein Wunder, dass allein der Anteil des Solarstroms am Bruttostromverbrauch dort bereits bei zehn Prozent liegt, so die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg. Tendenz steigend. Damit steuert die Photovoltaik (kurz PV) schon heute den größten Anteil der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung in Baden-Württemberg bei.

Doch bevor die letzten Atom- und Kohlekraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden (können), braucht es rechtzeitig viel mehr Erneuerbare Energien als aktuell gewonnen werden. Unter ihnen kann die Solarenergie am schnellsten reagieren, da etwa für (auch nachträgliche) Dach- und Fassadenanlagen keine Baugenehmigung notwendig ist. Wenig erstaunlich, dass man im Südwesten daher vor allem auf Solarstrom setzt und etwa mit der 100-MW-Kampagne die Zahl der PV-Anlagen entsprechend steigern will.

Doch für diesen jährlichen Solarzubau müssen die Netze ertüchtigt werden, gerade auch im Bereich Niederspannung: Dort fordern die vielen kleinen Einspeiser (zum Beispiel PV-Anlagen auf privaten wie auch den Dächern von Rathäusern und anderen kommunalen Einrichtungen) die Betreiber lokaler Verteilungsnetze, wie unter anderem ED Netze, heraus. Eine Challenge, die diese längst angenommen – und bereits jetzt aktiv mitgestalten.

In Sachen „solarem“ Ausbau will der Südwesten der Bundesrepublik in den nächsten Jahren kräftig durchstarten, damit noch mehr Sonnenenergie aus dem Ländle in die Netze eingespeist wird. (Grafik: ED Netze)

In Sachen „solarem“ Ausbau will der Südwesten der Bundesrepublik in den nächsten Jahren kräftig durchstarten, damit noch mehr Sonnenenergie aus dem Ländle in die Netze eingespeist wird. (Grafik: ED Netze)

Über die Autorin: Franziska Heidecke

Franziska Heidecke, Bereichsleiterin Digitalisierung und Innovation bei ED Netze GmbH
(Foto: privat)

 

Franziska Heidecke ist seit Januar 2021 Bereichsleiterin „Digitalisierung und Innovation“ bei ED Netze. Schon im Studium war die Digitalisierung der Stromnetze ihr Steckenpferd und wurde bei ihrem letzten Arbeitgeber Netze BW dann zum Fokusthema. Ihr Ziel ist die Schaffung von Netztransparenz auf Mittel- und Niederspannungsebene zur Erhöhung der Versorgungssicherheit, optimierten Netzplanung und effizienten Netzführung. Und eine begleitende aufklärende Kommunikation.

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