E-Mobilität „netzgedacht“: Namensgeber Nikola Tesla

Wechselstromgeneratoren von Nikola Tesla am Westinghouse-Stand auf der Weltausstellung 1893 in Chicago. (Foto: unbekannter Urheber, Public Domain via Wikimedia Commons)

Früher dachte man bei Tesla an den Erfinder oder die nach ihm benannte Einheit für Magnetfeldstärke, heute assoziieren die meisten Elektroautos damit. Der Automarkenname ist fast schon zum Gattungsbegriff geworden, eifert Tesa, Tempo und Co. nach. Dabei ist der namensgebende Physiker Nikola Tesla einer „der“ Köpfe in der Geschichte der Elektrotechnik: Er machte den Strom transportfähig.

von Sonja Sahmer

Dass heute durch die Stromnetze kein Gleichstrom fließt, geht nämlich vor allem auf den 1856 im heutigen Kroatien geborenen Serben zurück. Der Maschinenbau-Student ohne Abschluss wurde als Physiker und Elektronikingenieur erfolgreich: Nikola Tesla war dabei so einmalig wie exzentrisch, zunächst gefeierter Publikumsliebling, zuletzt verschrobener Außenseiter.

Nicht nur wegen seiner über 110 Patente in Europa und den USA bekam er 1916 die begehrte AIEE Edison Medal des amerikanischen Institute of Electrical and Electronic Engineers (IEEE) verliehen. Zudem erhielt Nikola Tesla in den 1930er-Jahren zwölf internationale Ehrendoktorwürden. Auch sonst war der Erfinder was man früher polyglott, heute multikulti nennt – und sprach neben seiner Geburtssprache Serbokroatisch noch Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Tschechisch und Ungarisch sowie Latein.

Karriere in der Neuen Welt

Als jungen Ingenieur faszinierte Nikola Tesla die große Frage der 1880er-Jahre: Sollte man Aggregate mit Gleichstrom betreiben oder mit Wechselstrom? Wenig verwunderlich, dass der junge US-Einwanderer bei Thomas Alva Edison anheuerte. Doch zwischen den beiden stimmte die Chemie nicht, war der Amerikaner doch „der“ Gleichstromtechnik-Verfechter. Von Nikola Teslas Wechselstrom-Erfindungen hielt er wenig – im Gegensatz zu George Westinghouse. Der erkannte, was es bedeutet, derart elektrische Energie über große Strecken mit geringen Verlusten zu transportieren.

Für die Westinghouse Electric Corporation arbeitete Nikola Tesla weiter am Zweiphasenwechselstrom und baute sogar den ersten elektromagnetischen Motor, der 1888 zum Patent angemeldet wurde. Das Tesla-System, bis heute Kern des globalen Stromsystems, entschied bei der Weltausstellung 1893 in Chicago schließlich erfolgreich den sogenannten Stromkrieg: Tausende Glühbirnen erleuchteten nachts das Messe-Gelände.

Späte Ehrung

Als Nikola Tesla 1943 vereinsamt in New York starb, war der Erfinder, der 1884 an Bord eines Auswandererschiffs in die Staaten gekommen war, nur noch ein Abbild des einst gefeierten Genies mit illustren Freunden wie dem Schriftsteller Mark Twain oder dem Bankier John Pierpont (kurz J.P.) Morgan. Doch vergessen ging er nicht.

1954 ehrte ihn die Internationale Elektrotechnische Kommission (International Electrotechnical Commission, IEC), indem sie einer physikalischen Einheit seinen Namen gab. Seither misst man die Stärke eines (Elektro-)Magnetfelds in Tesla. 1960 wurde sie als SI-Einheit der magnetischen Flussdichte von der 11. Generalkonferenz für Maß und Gewicht (Conférence Générale des Poids et Mesures, CGPM) in Paris offiziell übernommen.

Über die Autorin: Sonja Sahmer

Sonja Sahmer
(Foto: privat)

Nach „festangestellten“ Jahren in der Presse- und Öffentlichkeitarbeit machte sich Sonja Sahmer 2010 mit Texterlei  als Journalistin, Autorin und Lektorin selbstständig. Neben Magazin-Beiträgen sowie Corporate-Publishing-Projekten textet sie auch für Unternehmenswebsites und -blogs. Mit einer „Schreibe“, die aus Begeisterung entsteht und Lesefreude verspricht. Und von Wissensdurst und Recherchelust zeugt.

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